3.61 Monette, Berlin-Stralau

 

Mock & Nettebeck, eine Spezialfabrik für Kabel und asbestisolierte Drähte schuf eine „Abteilung Radio“ und erhielt die RTV-Zulassung im Februar 1924. Vergleichbar mit Mix & Genest hießen ihre im selben Monat erstzugelassenen Geräte:

 

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Inserat aus: „Der Deutsche Rundfunk“ vom April 1924

 

Einröhren-Primärempfänger Monette Type A und Zweiröhren-NF-Verstärker Monette Type B. Diese beiden waren im März 1924 lieferbar und sie wurden auch auf der 1924er Berliner Funkmesse ausgestellt. Für den Radiobastler wurden sie in Einzelteilen für den Selbstbau angeboten.

 

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Inserat aus: „Der Deutsche Rundfunk“, Mai 1925

 

1925 gab es weiterentwickelte Modelle, z. B. das Dreiröhrengerät Monette F, mit dem – was getrost angezweifelt werden darf – Amerika (ohne den erst 1928 erschienenen KW-Vorsatz) zu empfangen sei. Das schönste Monette-Radio, der Vierröhrenempfänger Typ NW erschien 1926. Es handelte sich, wie beim Typ F, um ein Steilpult-Gerät, jedoch mit aufgesteckten Spulenkästen; im „Radio-Händler“ wurde es ausführlich beschrieben.

 

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1925/26 offerierte die Berliner Firma Mock & Nettebeck dieses Audion mit NF-Verstärker Monette DK 2. Oben ist der Abstimmknopf erkennbar, der Heizregler wurde an der rechten Seite angebracht. Bei den Röhren handelt es sich um Trioden der Firma TeKaDe, die aufgesteckten Spulen entsprechen der Bauart von Schneider-Opel. 

Alle Ausführungen der Monette-Empfangsgeräte von 1924 bis 1927 steckten in Holzgehäusen. Auch das Zweikreisgerät mit den links und rechts angeordneten Spulen. Mit dessen Bakelit-Ausführung lag Mock & Nettebeck im Folgejahr recht gut im Rennen. Zum erfolgreichsten Empfänger dieses Fabrikats wurde 1928 das Batterie­ Zweikreisgerät Monette 28. Zu dem günstigen Preis von 69.50 RM (einschl. Spulen) wurde es auch 1929 noch gut verkauft.

 

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Inserat aus: „Die Sendung“, April 1927

 

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Im Jahr zuvor war es mit dem Holzsockel erschienen, 1928 erhielt das Vierröhren­ Zweikreisgerät einen Bakelitsockel. Die Monette 28 wurde zum meist verkauften Empfangsgerät der Mock & Nettebeck- Radioabteilung. 1928/29 stand nicht nur dieses Modell, sondern auch sein Hersteller letztmals in den Radiokatalogen.

 

1928 war die Firma noch erfolgreich mit dem Dreiröhrenmodell Monette 38 und für den Sammler besonders interessant wäre der Kurzwellen-Vorsetzer K W V.

 

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Aus dem „Radio-Adressbuch 1928

 

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Inserat aus: „Der Deutsche Rundfunk“, Dezember 1928

 

Danach wurden wohl noch neue Geräte entwickelt, z.B. 1930 der Netzanschluss ­Einkreiser Elektro 3. Von dem jedoch war selbst in Fachkreisen kaum mehr die Rede; nach 1930 konzentrierte sich die Firma wieder auf ihre Drahterzeugnisse. In der Nachkriegszeit fertigte M. & N. auch Glimmer-Kondensatoren und drahtgewickelte Widerstände.

 

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