3.75 Radiophon, Cassel (später Kassel)

 

Radiophon Cassel Kassel 

Der Lautsprecherfabrikant Siegfried Schoenberg, Mitglied und Schriftführer des 1923 gegründeten VDRI nannte seine Berliner Firma „Radiophon AG".

 

radiophon compagny mbh

 

David L. Loewe, G. Grüttner und E. Buttermilch tauften ihre 1923 gegründete GmbH ebenfalls auf den Namen „Radiophon“ (wenig später war‘s dann die „Radiofrequenz“). Eine von Haas & Schmidt in Berlin gegründete Aktiengesellschaft hieß „Deutsche Radiophon" (auch sie war VDRI-Mitglied, Max Schmidt der Kassenwart), und dann gab es noch – ebenfalls in Berlin – das „Radiophonwerk“ der Gebrüder Koehler & Co. GmbH. Schließlich warb noch in Erfurt eine weitere Firma „Radiophon“ für ihren Achtröhren-Schrankapparat.

 

radiophon einroehren apparat

 

Inserat aus: „Der Radio-Amateur“, Heft 9, Juni 1924

 

Bei dem im Bild unten links stehenden „Radiophon"-Einröhren-Apparat handelt es sich aber weder um eines der Berliner Fabrikate noch um das aus Erfurt – er entstand in Cassel (Kassel). Dort nannten die Herren Fritz und Braun ihre im Dezember 1923 gegründete AG ab März 1924 ebenfalls „Radiophon". Und – um die Verwirrung zu komplettieren: der rechts im Bild stehende „Zweilampenverstärker" trägt ein Typenschild der Berliner Firma Behm & Co.

Beide Geräte sind in den Maßen identisch, beide haben dieselben Einzelteile und beide sind mit Seddig-Röhren (altdeutscher Sockel) ausgestattet. Das kann kein Zufall sein. Wie aber die Hersteller zusammenhingen, das hätte man Zeitgenossen fragen müssen, die schon lange nicht mehr unter uns sind. Beide Firmen hatten die RTV-Zulassung – Behm erhielt sie im Oktober und Fritz & Braun im November 1923. Beide Firmen gingen in Konkurs – die Radiophon AG am 31. August 1925.

 

adiophon einroehrenempfaenger type 10 lf2

 

Links: Radiophon-Einröhrenempfänger Type 10, Exportmodell bzw. nur zu-gelassen für Radioamateure mit Audion-Versuchserlaubnis. Rechts daneben: der Behm-Zweiröhren-NF-Verstärker Type L.F.2