3.78 Radioton, Berlin

 

radioton berlin logo 

 

Gegründet wurde die Firma „H. Bergmann Radioton AG“ im August 1923 von den Herren H. Bergmann, Dr. H Tiepko. und G. Tropitz. Das ist alles, was wir von ihr wissen. Man müsste mehr über diese Radiofirma in Erfahrung bringen – so der Wunsch des Historikers und er überlegt, ob da vielleicht das Bergmann-Elektrizitäts- und Kabelunternehmen im Spiel war, das (wie beispielsweise Isaria, DeTeWe oder Aron) von Siemens übernommen wurde? Sicher nicht. Der Gründer dieser Aktiengesellschaft hieß mit Vornamen Siegmund, während der Chef der Bergmann Radioton AG Hermann hieß. Und es gab auch noch einen A. Bergmann, der angeblich Radios fertigte, aber nebenher solche der Firmen Radiofunken und Tefag vertrieb. Also genug „Bergmänner“ und genug Rätsel, die es aufzuklären gilt.

 

h bergmann radioton ag im august 1923

 

Inserat aus: „Der Radio-Amateur“, Heft 5, 1923. Da hieß die Firma noch „Radioton AG“, etwas später „Bergmann Radioton AG“.

 

bergmann radioton ag berlin

  

Die Radioton-AG hatte, als die ersten Inserate erschienen, noch keine RTV-Zulassung, die erhielt sie erst im 1. Quartal 1924, wo die Radioton- Einzelteile und Radios als „Inferno“-Funkgerät offeriert wurden.

 

1924 berichtete „Der Radio-Händ-ler“ über Radioton (in einer halben Spalte auf Seite 190) wie folgt: „Die Bergmann-Radioton-Akt.-Ges. teilt uns unter anderem mit, daß sie zur Ausstellung einen erstklassigen Lautsprecher, Kopfhörer nach Telefunkenart und 1- und 2-Reflexröhrenapparate herausbringen wird.

 

radioton werbetafel modell an3

 

Bild und Bild-Ausschnitt aus einer Radioton-Werbetafel 48 x 33 cm. Bei dem Empfänger (an dem drei Heizregler zu erkennen sind) könnte es sich um das Modell AN 3 handeln.

 

Ferner bietet die Firma ihren „Inferno-Experimentier-Lam-pensockel“, und zwar einen Sockel mit reguluierbarem Heizwiderstand an, der dazu dient, den Detektorapparat in einen Audionempfänger umzuwandeln.“ Der Text geht weiter – hier ist nur ein Viertel davon wiedergegeben.

 

bergmann radioton Inferno Funkgeraet

 

 radioton dreiroehren apparat

 

An Werbemaßnahmen wurde bei der Bergmann-Radioton AG nicht gespart – man kann im Zeitraum von 1923 bis 25 rund 10 Inserate finden. In dem Inserat über den Dreiröhren-Apparat, das 1924 im Radio-Händler erschien, liest man erstmals: „Bauerlaubnis Telefunken“. Auch das Inserat erschien 1924 in „Der Radio-Händler“.

 

radioton modell an3

 

Von der Radioton AG konnte zunächst nur dieser Detektorapparat gefunden werden – bezeichnet als Type AN 3. Ob da vielleicht ein falsches Typenschild angebracht wurde? „AN 3“ – das sollte doch die Typen-Bezeichnung dieses Dreiröhren - Apparates sein, welcher wahrscheinlich auf der Radioton-Werbetafel abgebildet ist. Trotz der vielen Werbung, der Radiohistoriker ist bis heute im Unklaren, welche der angekündigten Radioton-Apparate wirklich auf den Markt kamen. Sicher waren es nur wenige. Wie wäre es sonst zu erklären, dass von dieser damals (scheinbar) so bekannten Firma, welche 1924/25 neben ihren Detektorapparaten überdurchschnittlich schön gestaltete Ein- bis Dreiröhrenempfänger und Lautsprecher gebaut hatte, kaum ein, mit Röhren bestücktes „Inferno - Funkgerät“ mehr zu finden sein soll...

 

bergmann radioton Inferno 

 

Die letzten Inserate der Bergmann-Radioton AG erschienen 1925 – das links abgebildete in „Der Radio-Händler“ 1925 auf S. 55, das unten abgebildete in „Der Deutsche Rundfunk“ im Februar 1925. Ein „Inferno“ ist doch etwas ganz schreckliches – die Vorstellung von Höllenqualen… War‘s etwa zutreffend für Radioton-Funkgeräte?

Im Dunkeln bleibt auch das Radioton-Radio-Geräteprogramm, inzwischen konnten nur die zwei, im Anhang A I, M - R, Seite 50 abgebildeten Geräte aufgefunden werden. Und über das Ende der Firma war noch nichts in Erfahrung zu bringen.