3.56 Luxor, Zwenkau / Leipzig

 

luxor logo radiotechnik

 

Die Firma Dr. phil. Max Ulrich GmbH, vorm. G. Arndt, Zwenkau / Leipzig, wurde schon in den 20er Jahren überregional bekannt. Ihr Geschäftsführer Gustav Arndt, der zuvor seine „AAR­Detektoren“ unter eigenen Namen fabriziert und auf den Markt gebracht hatte, war für Telefunken ein rotes Tuch; er missachtete deren Detektorpatente. Das veranlasste den Verband der Funkindustrie, in seiner „Warnung“ das „schwarze Schaf“ Gustav Arndt anzuprangern (siehe folgender Zeitungsausschnitt).

 

luxor patent warnung

 

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Detektorapparate und Aufsteckdetektoren bildeten anfangs den Fertigungsschwerpunkt. Später wurden – speziell für Volksempfänger – auch zahlreiche Sperrkreismodelle mit dem Markennamen „Luxor“ entwickelt.

 

luxor detektorempfaenger model de 1939

 

Der Luxor ­Detektorempfänger Modell DE mit eingebauter Spule kostete 1939 - ohne Aufsteck ­Detektor – 4,25 RM und war damit 5 Pfennige teurer als das Konkurrenzfabrikat von Heliogen. Auch Dr. Ulrichs Aufsteck­ Detektor war nicht billig. Den „Record“- Detektor der Firma Duz bekam man schon für 70 Pfennige, für den „Original­ Luxor“ musste man das Doppelte bezahlen.

 

luxor detektorgeraete

 

Wenn man auch die Luxor ­Detektorgeräte kaum in den Katalogen findet (gegen Mitte der Dreißiger wollten die Katalogmacher solche Kopfhörergerätchen nicht mehr in ihre Bücher aufnehmen), waren sie doch stets in den Radiogeschäften zu haben. Bis in die 40er Jahre wurden die Bakelitkästchen vor allem von Jungen gekauft. Die Firma überstand auch den Krieg, fertigte jedoch nach der Teilung Deutschlands bevorzugt Messgeräte und Normalkondensatoren.

Es gab in Zwenkau noch einen weiteren Detektor-Hersteller, der 1927 und 28 VDRI-Mitglied war: die Firma Georg Kralapp GmbH.