3.81 Raweda, Darmstadt

raweda berlin radiotechnik

 

Im März 1924 gründeten die Herren C.W. Neumann und Erwin Wollner in Darmstadt, Ernst Ludwig-Haus die Firma „Radiowerk Tonfrequenz GmbH". "Der Gegenstand des Unternehmens ist" — diesen Satz kann man in hundert anderen Gründungsakten ebenso lesen — „ die Herstellung und der Vertrieb von Radioapparaten und Zubehörteilen sowie einschlägiger Artikel". Die RTV-Zulassung erhielten die Herren im Mai 1924.

Im Dezember 1924 erschien das Rundfunk- Jahrbuch des Frankfurter Handelsunternehmens Aerophon AG, in dem Raweda mit einem pultförmig aufgebauten Einröhren- Reflexempfänger vertreten war (mit Rückkopplung und Detektor zur Demodulation). Ferner mit einem kastenförmigen Vierröhren- Zweikreis-Fernempfänger.

 

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Inserat aus: „Funk", Heft 27/1924. Inserate mit dem gleichen Text erschienen im November 1924 auch in: „Der Deutsche Rundfunk" und in „Radio-Umschau".

 

1925 berichtete „Der Radio-Händler" (auf S. 454) über Heizwiderstände dieser Firma und schrieb: „Gleichzeitig interessieren sehr die Empfängertypen derselben Firma, ein hochwertiges Einröhrengerät und ein Fünfröhrengerät mit nur einem Abstimmkondensator, welches somit für den Laien das gegebene Gerät ist. Lautstärke und Tonreinheit genügten verwöhntesten Ansprüchen".

 

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Was jedoch die Ingenieure Wollner und Hohmann in den folgenden Jahren gemacht haben, das bleibt ein Rätsel. Man findet weder Druckschriften noch Inserate und bis heute ist in Sammlerkreisen nur ein „Raweda-Radio" aufgetaucht. Indes — die Firma bestand bis Ende 1927.

Aus einem Schreiben an das Hessische Amtsgericht vom 31. Januar 1928 geht hervor, dass sich das Radiowerk „derzeit in Liquidation befindet".

 

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Zweikreisgerät aus dem Aerophon-Jahrbuch 1924

 

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Raweda Einröhrenaudion mit Rückkopplung, ohne Typenangabe. Das Gerät könnte Ende 1925 entstanden sein. (Sammlung H.Bergmann)