3.84 ROKA, Berlin

roka berlin burosch radiotechnik

 

Während fast alle Hersteller von „Radios" aus der Anfangszeit nur noch Legende sind, haben mehrere der schon damals bekannten „Antennen"-Hersteller die Zeiten überlebt. Nicht nur die größten wie: Kathrein, Wisi oder Hirschmann, auch die Berliner „ROKA".. Als Robert Karst 1901 seinen Betrieb gründete, dachte er allerdings noch nicht ans Radio; damals gab es noch nicht einmal Telefunken. Mit Glühstrümpfen far Gasbeleuchtungen konnte Karst anfangs ins Geschäft kommen. In den Zwanzigern aber wurden Rundfunkzubehörteile zum Fertigungsschwerpunkt.

 

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„Die Stahl- und Metallwarenfabrik Robert Karst, Berlin SW 68, Alte Jakobstr. 23/24, zeigte auf Stand 198 alle einschlägigen Zubehör- und Einzelteile, u. a. die Detektoren „Erka" und „Roka" — steht im Messebericht des Fachjournals „Radio" Nr. 10/1925.

 

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Inserat aus: „Radio“, September 1928

 

1928 sah Karst im Bildfunk ein Zukunftsmedium und ließ verlauten, dass seine Firma die alleinige Herstellerin sämtlicher Einzelteile ,für die jetzt überall gefragten Bildfunk- Empfänger „Fultograph" und „Radiolytteren" sei, und in Kürze auch komplette Bausätze herausbringen würde. Es vergingen zehn Jahre, in denen dieser Bildfunk im privaten Bereich keine Bedeutung erlangen konnte, dagegen waren das ROKA-Antennenmaterial, die Sperrkreise und nicht zuletzt die Detektorapparate zu bekannten Markenartikeln geworden. Interessante ROKA-Detektorapparate entstanden 1937/38.

 

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Abbildungen oben und rechts: aus einem ROKA-Katalog 1937

 

Die Standard-Ausfiihrungen kosteten zwischen 2.— und 4.40 Mark, der „größte Verkaufsschlager" Pikkolo 2.25 Mark. Den konnte man zum Preis von 8.70 Mark auch in der Geschenkpackung als „Vollständige Detektor-Empfangsanlage" kaufen. Für den Pikkolo mit zwei Wellenbereichen (Nr. 1501 L) betrug der Preis 8.95 Mark.

 

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„Der kleinste Radioapparat der Welt" — steht auf der Originalpackung dieses ROKA- Pikkolo Nr. 1252 von 1938. Für den „Wochenend-Ausflug" und als „Heimempfänger" sei der 6 x 5 x 2,5 cm messende Detektorapparat gleichermaßen geeignet. Heute ist es der meistgesuchte aus den Dreißigern.

 

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Inserat aus: „Der Radio-Händler, November 1938

 

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Der ROKA-Liliput wurde seltener verkauft, als der Pikkolo. Es gab ihn für den Wellenbereich ca. 200-600 m für 2.70 RM und mit einem fest eingestellten ROKA-Detektor für 3.30 RM.

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs mussten im RO- KA-Werk Funkbauteile wie Kehlkopf-Mikrofone und der- gleichen gefertigt werden, bis die Produktionsstätten schließlich durch Fliegerbomben zerstört wurden. Nach dem Krieg, bzw. nach erfolgtem Wiederaufbau präsentierte die Firma auf diversen Funkausstellungen nochmals ihre neuesten Entwicklungen rund um die Antenne (1950 auch für den UKW-Empfang), spezialisierte sich dann aber auf hochwertige Steckverbindungen, mit denen sie weltweit ins Geschäft kommen konnte. Dem Radiofreund blieben diese Produkte verborgen — er entdeckte sie allen- falls an seinem Autoradio, Fernsehempfänger oder in den peripheren Geräten seines Computers. Deshalb findet er die Fa. ROKA auch nicht mehr unter den Nachkriegsfirmen.

 

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