3.96 Stahlwerk Mark, Breslau

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Flugzeuge baute das Stahlwerk Mark, so genannte Hochdecker, und sogar die Motoren dazu. Allen technischen Neuerungen aufgeschlossen galt das Interesse der Breslauer auch dem Radio.

 

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Die Stahlwerk Mark AG wurde schon Ende 1923 Mitglied des VDFI und erhielt die RTV-Zulassung im November 1923. Die Erst-Zulassungen: Zweiröhren-Primärempfänger RE VI und Einröhren-Primärempfänger RE 8. „Stama"- Rundfunkapparate, gefertigt in den zu Mark gehörenden „Industrie-Werken Westend", waren die ersten Ostdeutschlands — 1924 konnte man sie in Berlin auf der großen deutschen Funkausstellung bewundern. Zu den weiteren Radiogeräten der Marke „Stama" zählten: ein Detektor-Primärempfänger Type DE 1, das Audion Type RE VI und ein Audion mit Einröhren-NF-Verstärkung Type RE 7. Verschiedene NF-Verstärker ergänzten das Mark-Lieferprogramm.1925 offerierte die Breslauer „Osthandel GmbH" in ihrem Katalog elf (!) Stahlwerk Mark-Modelle, darunter zwei Detektorapparate. Die Serie der Röhrengeräte begann mit dem Zweiröhren- Neutrodynempfänger (HF-Stufe und Audion), welcher durch einen Zweiröhren-NF-Verstärker ergänzt werden konnte.

Während diese Geräte pultförmig gebaut waren, gab es die zusammengefassten Bausteine in Form eines Vierröhren- Neutrodyn-Luxus-Empfängers im Mahagonigehäuse mit verschließbaren Türen. Auch zwei Ausführungen der Breslauer Achtröhren-Superheterodyne-Empfänger waren in Edelholztruhen eingebaut, wahlweise konnte man sie mit integrierten Lautsprechern, Rahmenantennen und Batterien bestellen. Einfache Audions enthielt das 1925er Angebot des Stahlwerks nicht mehr, und die Luxusgeräte: die gingen nur in kleinsten Stückzahlen — in die Kasse brachten sie nichts. Es muss wohl die defizitäre Bilanz gewesen sein, die schließlich zur Einstellung der Radioproduktion führte. Kaum zu glauben, dass die Blütezeit von so kurzer Dauer war, wo doch Otto Kappelmayer in seinem Büchlein „Radio im Heim" 1924 schrieb: „das Stahlwerk Mark, Breslau, die größte der ostdeutschen Radiofirmen, die selbst ein Rundspruchunternehmen betreibt...".

 

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Inserat aus: Kappelmayer, „Radio im Heim", 19.-40. Tausend, 1924

 

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Die Breslauer Achtröhren- Superheterodyne-Empfänger wurden in vier Ausführungen geliefert. Das Modell XVI empfing den zugelassenen Wellenbereich 250 bis 700 m. Über das hier abgebildete Gerät schreibt das Stahlwerk Mark: „In dem Modell EE XX ist im Gegensatz zu dem Empfänger RE XVI ein Apparat geschaffen worden, der — z. Zt. allerdings nur für Inhaber der Audion-Versuchserlaubnis — durch Umlegen eines hierfür bestimmten Schalters den Empfang auch höherer Wellen bis 2000 m gestattet. Diese Anordnung wurde in der Voraussicht getroffen, dass in nicht allzu ferner Zeit der Wellenbereich für den allgemeinen Rundfunk bis zu dieser ungefähren Grenze erweitert werden dürfte". Also wurde dieser Empfänger EE XX vor dem September 1925 gebaut.

Mit eingebauten Rahmenantennen und Batterien gab es die großen Mahagoni-Schränke. Das Modell EE XXI enthielt den Empfänger RE XVI und das Modell EE XXII den Empfänger EE XX. (Sammlung H. Liesenfeld)

 

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Inserat aus: „Die Radio-Woche", 1924