5.1 Die Volksempfänger

1933 erschienen die ersten Volksempfänger in drei Typen:

1. für Wechselstrombetrieb,

2. für Gleichstrombetrieb und

3. für Batteriebetrieb.

Die Wechselstromtype VE 301 W gab es nur im Bakelitgehäuse, die Gleichstromtype VE 301 G und die Batterietype VE 301 B nur im Holzgehäuse.

 

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Die drei Volksempfänger der ersten 1933er ­Generation. Links im Bakelitgehäuse: VE 301 W mit den Röhren REN 904, RES 164 und RGN 354. Bildmitte im Holzgehäuse: VE 301 G mit den Röhren REN 1821 und RENS 1823 d. Rechts im gleichen Holzgehäuse: VE 301 B mit den Röhren RE 034, RE 034 und RES 174 d. Dieser erste Batterie­ VE ist der meistgesuchte Volksempfänger (siehe Kapitel 2.5).

 

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1934 löste der VE 301 B 2 den ersten Batterie­ Volksempfänger ab. Er wurde nun mit den neuen K­ Stiftröhren KC 1, KC 1 und KL 1 bestückt. Das Allstromgerät in der Mitte: Eine Pentode VF 7 sticht da ins Auge! Sollte es sich etwa um den sagenhaften „VE 301 GWn“ handeln, der in Sammlerkreisen als Phantom herumgeisterte? Bei näherer Betrachtung jedoch zeigt sich, dass es doch der normale VE 301 GW von 1935 ist, der – ursprünglich mit VC 1, VL 1 und VY 1 bestückt – nachträglich auf die VF 7 umgebaut wurde. Rechts steht der VE 301 Wn von 1937. Anstelle der REN 904 erhielt er die AF 7, die Antennenanschlüsse wurden nach hinten verlegt und auf der Skala stehen Stationsnamen.

 

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Der Volksempfänger VE 301 W mit Kaco Universal­ VE ­Vorsatz. Mit zwei tiefergelegten Drehknöpfen werden die Sperrkreise für Mittel­ und Langwellenempfang eingestellt. Dem Hörer von 1935 imponierte vor allem die „beleuchtete Vollsichtskala“. Man konnte den Volksempfänger auch durch sonstige Zubehörteile „aufwerten“. Die kleine Auswahl zeigt eine Skalenbeleuchtung, eine schlichtere Vorsatz ­Skala, die Grammophon­ Anschlussvorrichtung und Sperrkreise in verschiedenen Ausführungen.

 

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Nicht nur Vorsatz Skalen und Zubehörteile offerierte die Funkindustrie zur Aufrüstung der Volksempfänger. Von Brandt gab’s 1935 das Vorsatzgerät Columbus 55 W, welches den VE zum Zweikreiser machte. Auch Braun fertigte ein solches Zusatzteil (siehe Kapitel 3.14) und Körting den Supervorsatz (siehe Kapitel 3.45).

 

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1938 erschien der oben rechts abgebildete, neu konzipierte VE 301 dyn in einem modernen Gehäuse, mit beleuchteter Langfeldskala und dynamischem Lautsprecher. 1939 war er auch als Allstromgerät zu haben. In der Wechselstrom ­Type VE 301 dyn W steckten die Röhren AF 7, RES 164 und RGN 1064; in der Type VE 301 dyn GW die VF 7, VL 1 und VY 1.

 

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Den deutschen Kleinempfänger DKE (oben links) gab’s 1938 als Allstromgerät DKE 38 mit der VCL 11 und VY 2. 1939 folgte das Batteriegerät mit den Röhren KC 1, KC 1 und KL 1. Nach 1939 wurde die VE Produktion zurückgefahren, nur der DKE wurde bis in die letzten Kriegsjahre noch in größeren Stückzahlen gebaut.

 

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